#1

Lac Leman - Der kommende Champion

in Galoppsport und Vollblutzucht 27.04.2014 14:09
von kassandro • 399 Beiträge

Es ist schon erstaunlich, praktisch jedes Jahr bringt der Hoppegartener Trainer Roland Dzubasz mindestens ein Klassepferd hervor. Ich erinnere nur an Antara, Limario, Flamingo Star, Nordvulkan und vor allem die unvergessene Vanjura. Dabei haben ihn bislang die großen Besitzer und Gestüte konstant gemieden. Jetzt bekommt er zum ersten mal von einer großen Zuchtstätte, nämlich Auenquelle, ein Pferd und schon belohnt er diesen wagemutigen Besitzer mit seinem bislang vielleicht besten Pferd. Der name dieses Pferdes ist Lac Leman und es hat bislang noch überhaupt keine großen Rennen bestritten, aber was es da bei seinem zweiten Lebensstart gezeigt hat, sieht man in solch einem Maidenrennen nur höchstens alle 10 Jahre:

Der Konkurrenz gab Lac Leman 3 Kg, weil er zweijährig schon einmal siegreich war, und zog ihr trotzdem auf weitem Wege davon, nahm noch vor dem Ziel das verdiente Lob entgegen und lief trotz allem eine respektable Zeit. Hätte er wirklich ernst gemacht, so wäre er die 2000m wohl unter 2 Minuten gelaufen. Die Konkurrenz forderte ihn einfach nicht, obwohl sie nicht von schlechten Eltern war. Da ist zuerst der 3/4 Bruder zu Samum, Schiaparelli und Salve Regina mit dem Namen Suracon zu nennen, der momentan sogar noch eine Nennung für das Epsom Derby besitzt. Auch Nasal, von High Chaparral aus der Nizza, dürfte für größere Aufgaben gezüchtet worden sein. Auch die bereits zwei mal siegreiche Stute Wunschkonzert scheint durchaus wunschgemäß zu sein.
Lac Leman ist nicht von deutschen Blut. Die Mutter Learned Lady war als ein in Japan gezogenes Pferd eine echte Exotin auf deutschen Bahnen, kam aber über den Ausgleich III nicht hinaus. Als Enkelin des japanischen Stempelhengstes Sunday Silence ist sie natürlich für die hiesige Zucht trotzdem von Interesse. Lac Lemans Vater Doyen war 3 Jahre im Gestüt Auenquelle aufgestellt und hinterlies trotz nur mäßigen Zuspruchs von Seiten der Züchter schon jetzt, wo erst sein zweiter Jahrgang auf der Bahn ist, ein beachtliches Erbe in unserem Land. Adoya, Anatol Artist, Piana, Oriental Lady, Vif Monsieur, Viletta, Oriental Magic und Wild Chief ist die lange Blacktype-Liste aus diesen beiden Jahrgängen und diese Liste dürfte im Laufe des Jahres noch um einige Einträge wachsen. Schade, daß dieser Hengst nicht im Lande gehalten werden konnte.


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zuletzt bearbeitet 27.04.2014 16:10 | nach oben springen

#2

Wie man sich doch täuschen kann

in Galoppsport und Vollblutzucht 14.06.2014 15:41
von kassandro • 399 Beiträge

Das war wohl nichts:

Bis eingangs der Zielgeraden sah alles noch sehr gut aus. Es schien sich sogar auf der Innenseite eine Lücke aufzutun. Dann stockte Lac Leman aus welchen Gründen auch immer und wurde nach hinten durchgereicht. Mit 2:07,83 war auch noch die Zeit recht mäßig, über drei Sekunden langsamer als bei obigem Siieglosenrennen in Hoppegarten, wo er am Schluß sogar noch eingebremst wurde. Ist Lac Leman an der Hitze gescheitert oder fühlt er sich als Galoppierer einfach auf so engem Raum nicht wohl oder ist er tatsächlich in ein Loch getreten? Jedenfalls war die Leistung so unterirdisch, daß man sie einfach nicht leistungstypisch anerkennen kann. Das Derby scheint durch dieses Desaster in weite Ferne gerückt. Eine Nachnennung für die Derby-Quali in Bremen oder irgendwo in Frankreich wäre die einzige Möglichkeit aber keine gute. Letztlich sollte man einfach abwarten, ob überhaupt 20 Pferde antreten und ansonsten eben den Großen Preis von Berlin als Wiedergutmachungsziel anstreben, wenn das Pferd heil aus dem Bavarian Classic zurückgekehrt ist.


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#3

RE: Wie man sich doch täuschen kann

in Galoppsport und Vollblutzucht 19.06.2014 18:06
von kassandro • 399 Beiträge

Ein Start von Lac Leman beim Derby wird noch unwahrscheinlicher, nachdem er keine Nennung für den Großen Preis von Baden erhalten. Ich werte das Anzeichen dafür, daß mit dem Pferd irgendetwas nicht stimmt. Den sehen wir vielleicht dieses Jahr überhaupt nicht mehr.

Noch schlimmer erging es dem anderem aussichtsreichen Auenqueller Derby-Kanditaten, Andoyas. Er wurde nach Hong Kong verkauft, obwohl er in den beiden bisherigen Rennen in diesem Jahr deutlich unter Wert geschlagen wurde. Schade, für's Derby wäre er qualifiziert gewesen und ich hätte ihm dort schon einiges zugetraut. Für deutsche Pferde ist Hong Kong kein gutes Pflaster. Einzig Irian kann man einen gewissen Erfolg bescheinigen, aber der Kastration entging auch er nicht.


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#4

Good Bye Lac Leman

in Galoppsport und Vollblutzucht 27.07.2014 10:13
von kassandro • 399 Beiträge

Nach der Enttäuschung von München backte man bei Lac Leman kleinere Brötchen und lies ihn am 20.07.2014 im slowakischen Derby starten. Man verzichtete dieses mal auf einen ausländischen Wunderjockey und mit seinem gewohnten Jockey Stephen Hellyn lief er dieses mal ähnlich, d.h. viel offensiver, wie bei seinem Auftritt in Hoppegarten. Leider konnte er nicht die damalige Leistung abrufen:

Er ging sehr weite Wege, aber am Ende konnte er sein Tempo nicht wie Hoppegarten genügend steigern, um die Gegner abzuschütteln. Er wurde schließlich von einem Egerton-Sohn überrannt und endete knapp geschlagen auf den 3. Platz. Das war definitiv keine Champion-Performance, sondern höchstens ein GAG von 83-85 wert.
Ein paar Tage nach dem slowakischen Derby gab es auf GOL schließlich die Meldung, daß Lac Leman nach Australien verkauf worden wäre. Die Meldung ist recht schnell wieder von der Titelseite verschwunden, scheint aber doch wahr zu sein. Sowohl beim slowakischen Derby als auch beim Bavarian Classic war es sehr heiß. Die einzige Ausrede dafür, daß Lac Leman vielleicht doch noch ein Spitzenpferd sein könnte, ist deshalb, daß ihm einfach die Hitze nicht bekommt. In Australien ist es jedoch nur heiß, so daß das aus diesem Blickwinkel der schlechteste Platz für ihn ist, aber vielleicht tut ihm der Standortwechsel aus anderen Gründen gut. Besser als in Hong Kong, wohin der unglückliche aber dennoch aussichtsreiche Andoyas von Ellerbacke verscherbelt wurde, ist es dort allemal.


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zuletzt bearbeitet 27.07.2014 10:16 | nach oben springen

#5

Tod des Stutenvaters

in Galoppsport und Vollblutzucht 02.01.2016 22:40
von kassandro • 399 Beiträge

Vor kurzem ist der Vater von Lac Lemans Mutter, Fuji Kiseki im stolzen Alter von 23 Jahren eingegangen.. Er ist allerdings schon 2010 in Pension gegangen, wohl aus Fruchtbarkeitsgründen, denn der Sohn von Sunday Silence war ein sehr guter Vererber.
Für mich ist der Tod des Stutenvaters eine willkommene Gelegenheit nach fast 1,5 Jahren einen Blick auf die weitere Karriere von Lac Leman zu werfen. Obwohl er nach Australien verkauft wurde, ging er nicht nach dorthin sondern in den englischen Hindernissport und wurde auch kastriert. Es dauerte bis zum 27. Januar 2015 bis er dort mit einem mäßigen 4. Platz in einem Class 4 Rennen seinen Einstand gab. Aus der Class 4 ist er bis heute nicht herausgekommen. Es folgten noch ein mäßiger 5. Platz am 6.12. und ein 4. Platz am 14.12.2015. Insgesamt hat er in seiner bisherigen Hindernis-Karriere bislang 501 Pfund verdient. Lac Leman schaut also nicht wie ein "kommender Champion" im Hindernissport aus, allerdings ist es für ein endgültiges Urteil dafür noch viel zu früh.
Lac Lemans ein Jahr jüngere Halbschwester (von Areion) Limona absolvierte zwar 2015 ganze 7 Rennen, konnte sich dabei aber nur als ziemliche Krampe profilieren.


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zuletzt bearbeitet 02.01.2016 23:18 | nach oben springen

#6

RE: Tod des Stutenvaters

in Galoppsport und Vollblutzucht 11.01.2016 13:38
von kassandro • 399 Beiträge

Zwei Tage, nachdem ich den letzten Beitrag hier geschrieben hatte, feierte Lac Leman seinen ersten Sieg über die Hürden überlegen mit 17 Längen Vorsprung, allerdings nur auf Class 5 Ebene. Man sollte also diesen Sieg nicht überbewerten. Dem Sieg vorangegangen war ein Trainerwechsel von Paul Nicholls zu Pauline Robson.


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zuletzt bearbeitet 11.01.2016 13:47 | nach oben springen

#7

RE: Tod des Stutenvaters

in Galoppsport und Vollblutzucht 20.02.2017 15:57
von kassandro • 399 Beiträge

Ein Monat nach seinem ersten Sieg über die Hürden startete Lac Leman erneut und wurde angehalten. Danach wurde er lange nicht mehr gesehen und man musste schon mit dem schlimmsten rechnen, aber Ende 2016 kam er wieder zurück. Er startet jetzt allerdings wieder auf der Flachbahn und absolvierte mittlerweile 3 Starts alle auf der Tapeta-Bahn in Newcastle, zuerst ein 6., dann eine 2. und schließlich ein 1. Platz alles in kleinen Rennen.


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zuletzt bearbeitet 20.02.2017 15:58 | nach oben springen


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