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Ein Handicapper vergaloppiert sich

in Galoppsport und Vollblutzucht 28.06.2021 21:55
von kassandro • 892 Beiträge

Kurz vor dem Derby rückt stets der Handicapper des Deutschen Turfs, Harald Siemen, in den Fokus des Interesses. Insbesondere in Jahren wie diesem, wo es mehr Bewerber als Startplätze gibt, entscheidet er, wer wieder vom Derbby-Zug herunter muss und wer in Hamburg auflaufen darf. Er ist aber fast das ganze Jahr aktiv und schreibt wöchentlich einen Artikel in seinem Blog. Gern protzt er da auch mal mit seiner Bildung und in der Regel ist daran nichts auszusetzen. Am 11. November 2020 ist er dabei in dem mit "Schwimmen oder Untergehen" betitelten Beitrag aber ordentlich abgesoffen oder besser gesagt, ich werde ihn dafür mal kräftig unter Wasser drücken. Er behauptet in diesem Artikel:

Zitat
Als Herbst bezeichnen die Meteorologen den Zeitraum im Jahr, in dem die Erde sich auf ihrer elliptischen Bahn von der Sonne entfernt. Die Tage werden kürzer, die Sonne scheint nicht mehr so oft, die Menschen nehmen weniger Vitamin B12 auf und werden müde


Tatsächlich befindet sich die Erde zumindest näherungsweise auf einer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne. Da aber die Sonne 332.946 mal schwerer als die Erde ist, ist diese Ellipse kaum von einem Kreis zu unterscheiden. Tatsächlich erreicht die Erde Anfang Juli mit 152,6 Mio Km den sonnenfernsten Punkt, den sogennanten Aphel, und im Januar mit 147,5 Mio. Km den sonnennähesten Punkt, den sogenannten Perihel. Es ist also genau umgekehrt, wie es Siemen behauptet. Zwar nimmt die Sonnenintensität mit dem Quadrat der Abstandes ab, da aber der Abstandsunterschied nur 3% beträgt, fällt dieser kaum ins Gewicht. Hätte Herr Siemen Recht, so wäre außerdem auf der ganzen Erde zur selben Zeit Herbst, was natürlich falsch ist. Herrn Siemns Aussage steht also im Widerspruch zu dieser sehr simplen Plausibilitätsüberlegung. Mit den Jahreszeiten hat also der Abstand Sonne-Erde nichts zu tun. Die Jahreszeiten werden vielmehr von der sich im Jahresverlauf in unterschiedliche Richtungen neigenden Rotationsachse der Erde bestimmt. Bekanntlich dreht sich Erde einmal pro Tag um sich selbst, um die die vom Nordpol zum Südpol verlaufende Rotationsachse. Diese Erdachse verändert im Laufe des Jahres ihre Lage zur Sonne. Neigt sie sich mit dem Nordpol der Sonne zu, so ist in nördlichen Halbkugel Sommer und in der südlichen Winter. Außerdem sind die Tage dann auf der nördlichen Halbkugel länger und auf der südlichen kürzer. Neigt sich nun umgekehrt die Erdachse mit dem Südpol der Sonne zu, so kehrt auf der nördlichen Halbkugel der Winter und auf der südlichen der Sommer ein. Für mehr Details siehe Wikipedia.
Auch beim Vitaminen hat Herr Siemen ein Bildungshandicap. Nicht das Nerven-Viramin B12 ist das Sonnen-Vitamin sondern das Knochen-Vitamin D. Der Körper bildet dieses mit Hilfe der Sonnenstrahlung. Erneut verweise ich auf Wikipedia für mehr Details.
Mit der Winter- oder Herbstmüdigkeit hat aber weder Vitamin D noch Vitamin B12 etwas zu tun. Diese wird vielmehr vom sonnenabhängigen Hormon Melatonin ausgelöst. Für mehr Details verweise ich auf diesen Artikel.


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zuletzt bearbeitet 29.06.2021 06:54 | nach oben springen


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