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Protectionist und die Liebe

in Galoppsport und Vollblutzucht 07.05.2021 19:41
von kassandro • 892 Beiträge

Es ist verdammt lang her, dass ich einen Roman gelesen habe, aber ein reiner Roman ist "Herzschlagfinish" gar nicht. Er hat einen dokumentarischen Kern, die Rennkarriere des Vollblüters Protectionist. Diese alleine wäre für ein Buch zu wenig und würde auch nur das relativ kleine Häufchen der Turf-Fans ansprechen. Also hat die Autorin Kira Kaschek diesem dokumentarischen Teil in eine facettenreiche Liebesgeschichte eingebettet. Beide Teile des Romans sind nicht nur im Buchtitel miteinander verwoben und die Autorin versteht es gut zwischen beiden hin - und herzuwechseln, ohne den Leser zum stolpern zu bringen. Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben und ich habe die 181 Seiten wohl in weniger als 10 Stunden verschlungen.

Der Roman ist im wesentlichen eine Ich-Erzählung aus der Mädchen-Perspektive, wobei - das vermute ich mal - ein Tagebuch aus dieser Zeit die Grundlage bildet. Dadurch gewinnt die Erzählung Authenzität und der Leser identifiziert sich mit der Autorin. Der Ich-Erzählung vorangestellt ist ein geradezu philosophischer Prolog, auf den ich später noch eingehen werde. Abgeschlossen wird dann der Roman durch einen Epilog, in dem die Autorin wieder aus der Mädchen-Perspektive heraustritt und der ganzen Geschichte einen versöhnlichen Ausklang verschafft.

Die dem Roman zu Grunde liegende Liebesgeschichte ist eher realistisch als erbaulich. So etwas möchte man selber nicht erleben und der Leser leidet mit der Erzählerin. In einem Rennstall macht sie eine Ausbildung zur Pferdewirtin. Dort wird sie Protectionists Betreuerin und fällt zwei mal hintereinander auf zwei Jockeys aus der zweiten Reihe herein. Solche Liebschaften dürften in den Rennställen gar nicht so selten sein. Die Mädels kommen dort mit viel Liebe zum Pferd hin und suchen einen gleichgesinnten Partner, was vom männlichen Personal dann schamlos ausgenutzt wird. Nach dem Ende der ersten Beziehung war sie eigentlich schon weg von dem Rennstall, als der zweite Jockey, dem man eine gewisse psychologische Intelligenz nicht absprechen kann, seine Chance gekommen sieht und sie mit ihrer Liebe zu Protectionist wieder zurückholt. Als sie entäuscht von diesen einen besseren Partner gefunden hatte, gelingt es diesem erneut, sie mit ihrer Liebe zu dem Pferd wieder zurückzuholen. Erst als Protectionists Rennkarriere zu Ende ist und er den Rennstall verlässt, kommt auch sie von dem Ungustl los, und hat sich seitdem beachtlich weiterentwickelt, vom naiven Mädchen zur reifen Frau und Mutter eines Kindes, beruflich als Journalistin für die Sportwelt, dann als Pressesprecherin für den Hannoverschen Rennverein und schließlich als Autorin dieses Romans. Mittlerweile ist sie auch selbst Besitzerin eines Rennpferdes, der Stute Kalea. Vater von Kalea kann natürlich nur "ihr" Protectionist sein. Auf Hawaiianisch bedeutet "Kalea" so viel wie "Glück". Dieses wünschen wir auch der Autorin die Zukunft.


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in Galoppsport und Vollblutzucht 07.05.2021 19:42
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