#1

Grüner "Experte": LKWs stoßen weniger CO2 aus als Diesel-PKWs

in Ohne Photo 15.03.2017 09:57
von kassandro • 413 Beiträge

Der Grüne Europa-Abgeordente Michael Cramer stellt in der 90minütigen ZDF-Sendung "Die Akte VW - Geschichte eines Skandals" die folgende im dreisten Widerspruch zum Naturwissenschaftlichen Weltbild stehende Behauptung auf:


Zuerst dachte ich, er würde CO2 mit den Stickoxiden verwechseln, die den sachlichen Hintergrund der obigen Sendung bilden, aber nein, er erwähnt ausdrücklich CO2 und NOx gemeinsam in einem Satz. Das war also kein Versprecher. Auch den Journalisten, die diese Sendung produziert haben, ist dieses große Ahnungslosigkeit verratende Statement nicht aufgefallen, weil auch sie nicht die geringste Ahnung von Chemie haben.
Diesel ist im wesentlichen ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen. Bei der Verbrennung im Dieselmotor werden diese im Idealfall zu Wasser und CO2 verbrannt. Ist nicht genügend Sauerstoff vorhanden, so haben wir es mit einer unvollständigen Verbrennung zu tun, und es entstehen CO, also Kohlenmonoxid, Russ, andere Kohlenwasserstoffe und ein Teil des Kraftstoff wird gar unverbrannt abgegeben. Im Gegenzug reduziert sich besonders der Ausstoss von CO2. Im Gegensatz zum CO2 und H2O der vollständigen Verbrennung sind die zusätzlichen Ausscheidungsprodukte bei der unvollständigen Verbrennung alle mehr oder minder gesundheitsschädlich. Natürlich sinkt bei der unvollständigen Verbrennung auch die Energieausbeute. Deshalb war es seit jeher das Bestreben der Motor-Ingenieure eine möglichst vollständige Verbrennung zu erreichen. Das Problem ist dabei nicht der Mangel an Sauerstoff - davon gibt es in der angesaugten Luft genügend - sondern die gleichmäßige Vermischung mit dem Kraftstoff, also den Kohlenwasserstoffen. Leider enthält die angesaugte Luft auch circa 80% Stickstoff. Dieser ist an sich genauso harmlos und ungiftig wie Sauerstoff oder CO2. Je heißer jedoch der Motor wird, desto stärker verbindet der harmlose Stickstoff mit dem Sauerstoff zu NOx, das nicht ganz so harmlos ist. Schon aus Wirtschaftlichkeitsgründen haben also die Ingenieure alles daran gesetzt, den Kraftstoff möglichst gut mit der Luft zu vermischen und möglichst wenig Wärme zu erzeugen, wobei man beim ersten Ziel wesentlich bessere Fortschritte als beim zweiten erreicht hat. Insgesamt konnte die Effizienz der Dieselmotoren in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesteigert werden und der Ausstoss an Schadtstoffen, auch von NOx, ist deutlich zurückgegangen. Der besonders gesundheitsschädliche Russ wird darüberhinaus heutzutage durch den eingebauten Russfilter zu 90% ebenfalls zu CO2 verbrannt. Im Gegenzug ist der Ausstoss von CO2 pro Liter verbrauchten Diesels deutlich angestiegen. Es gilt der Kernsatz: Je effizienter ein Dieselmotor arbeitet, desto mehr CO2 stösst er pro Liter verbrauchten Diesels aus. Da aber weniger Diesel verbraucht wird, ist auch der CO2-Ausstoss eines Dieselmotors gesunken. Ein LKW-Dieselmotor ist effizienter als ein PKW-Dieselmotor und verbraucht. Weil er aber viel mehr Gewicht befördern muss, verbraucht er trotzdem wesentlich mehr Diesel. Ein durchschnittlicher LKW verbraucht heute durchschnittlich 35 Liter auf 100 Km, also etwa das 5-7fache eines PKW-Diesels. Da der LKW-Motor auch noch effizienter ist, ist der CO2-Ausstoss folglich sogar mehr als 5-7fach höher. Die Behauptung des Grünen Experten ist also in gröbster Weise falsch. Ihm fehlt offenbar jegliches Basiswissen im Fach Chemie. Trotzdem ist dieser ignorante Mensch momentan (2017) Vorsitzender des Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr des EU-Parlaments, der für Diesel-Problematik zuständig ist.


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zuletzt bearbeitet 15.03.2017 10:04 | nach oben springen

#2

RE: Grüner "Experte": LKWs stoßen weniger CO2 aus als Diesel-PKWs

in Ohne Photo 02.06.2017 22:20
von kassandro • 413 Beiträge

Die wichtigste Frage, nämlich warum VW die Abgasreinigungsanlage abschaltet, wo sie doch auf dem Prüfstand so gut funktioniert, wurde weder in obiger ZDF noch in irgendeiner anderen Sendung zu dem VW-"Skandal" gestellt. Man kann darüber allenfalls nur spekulieren. Offensichtlich kann die Abgasreinigungsanlage in Diesel-PKWs nicht dauerhaft funktionieren, geht im Dauerbetrieb kaputt oder richtet gar Schaden am Motor an. Bei LKWs gibt es offenbar eine dauerhaft funktionierende Abgasreinigungsanlage, die allerdings für die wesentlich billigeren Diesel-PKWs viel zu teuer ist. Deshalb müssen alle Hersteller von Diesel-PKWs beim Abgas-Test betrügen. In der obigen ZDF-Sendung wird hingegen an einer Stelle behauptet, dass VW mit einem 300$ Teil den Betrug hätte vermeiden können, womit man VW dann auch bösartigen Geiz unterstellt. Der Vorgang zeigt das ganze Elend des heutigen Journalismus: Die wichtigen Fragen werden nicht verstanden und nicht gestellt. Dafür werden Empörungsnummern abgezogen. Eine Ausnahme davon ist diese Artikel-Serie im Spiegel, wo sozusagen ein Umrüstungstagebuch ausgebreitet wird. Leider hörte diese Serie am 27.03.2017 mit dem 12. Teil zumindest vorübergehend auf, ohne dass man viel schlauer als zuvor ist. Ich wünsche mir mehr und vor allem längerfristige Erfahrungsberichte über die Umrüstung, wobei ich selber ein Gegner jeglicher Umrüstung bin.


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#3

RE: Grüner "Experte": LKWs stoßen weniger CO2 aus als Diesel-PKWs

in Ohne Photo 07.06.2017 11:47
von kassandro • 413 Beiträge

Nicht für das eigentliche Problem aber doch sehr wohl für dessen politisches Umfeld ist die Frage interessant: Warum frägt denn keiner nach dem Warum des "Skandals"? Grundsätzlich fragen Journalisten in solchen Situationen immer "Wer was wann gewusst hat" und für jegliches Wissen wird dann Bestrafung verlangt. Nur der Ignorant ist bei diesem dämlichen Spielchen fein heraus. Es gibt für das Verhalten der Presse und der Regulierungsbehörden aber auch einen tieferen Grund, der für die Regulierungsbehörden sehr unangenehm ist. Diese drehen nämlich ständig an den Abgasnormen und wollen die Ingenieure zwar so viel wie möglich quellen aber sie nicht überfordern. Sobald eine Abgasnorm erfüllt ist, wird dann schon die nächste nachgeschoben. Als dann bei Diesel-PKWs einmal betrogen wurde, rutschte man von Abgasnorm zu Abgasnorm immer tiefer den Betrug. Nach den heutigen Normen ist es unmöglich Diesel-PKWs zu vernünftigen Preisen ohne Betrug herzustellen. Alle Hersteller sind davon betroffen, sonst wäre VW erledigt. Die einzig saubere Lösung wäre es jetzt, sich mit den Herstellern an einen Tisch zu setzen und die Abgasnormen auf ein ohne Betrug erfüllbares Maß abzusenken, aber genau so eine ehrliche Lösung ist für die ideologischen Hohlköpfe undenkbar. Niemals dürfen Abgasnormen gesenkt werden. Deshalb will man das Problem irgendwie aussitzen. Derweil ist die Schädlichkeit von Stickoxiden durchaus umstritten. Angeblich sind 2015 weltweit 38000 Menschen dem zusätzlichen NOx-Ausstoss von Dieselmotoren zum Opfer gefallen, davon aber nur 11400 in EU.. Da aber die überwiegend Zahl von Diesel-PKWs in der EU unterwegs sind, widersprechen diese Zahlen sogar der These vom Slow Murder durch diese Fahrzeuge. Diese mediengeilen Scheinexperten sind zu dumm, zum Statistik fälschen. Überhaupt ist es unredlich in medizinischen Studien von einer Zunahme der Todesfälle zu reden, denn die sterben müssen immer alle. Es geht hier allenfalls um eine Verringerung der Lebenserwartung. Die diesbezüglichen Zahlen sind aber für Medienhetze völlig ungeeignet, weswegen man lieber über zusätzliche Todesfälle spricht.


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zuletzt bearbeitet 07.06.2017 12:02 | nach oben springen


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