#1

Soldier Hollow

in Niemals geht man so ganz 14.05.2024 23:08
von kassandro • 2.485 Beiträge

Aus dem Gestüt Auenquelle kommt die traurige Nachricht, dass der Große Soldier Hollow am 6.05 um 8:30 sanft entschlafen ist:
https://galopponline.de/top/trauer-um-ei...ebt-nicht-mehr/
Bereits am 25.04 gab es die Meldung, dass SH in eine Tierklinik musste, aber man wollte das nicht so ernst genommen:
https://galopponline.de/zucht/soldier-ho...n-unterbrechen/
Soldier Hollow wurde stolze 24 Jahre alt und vom 2. Lebensjahr bis quasi bis zum letzten Atemzug hat er zuerst als Rennpferd und dann als Deckhengst immer Leistung gezeigt. Er hat auch 2024 noch 4-5 Stuten tragend gemacht. Das wird dann 2025 sein letzter kleiner Jahrgang sein.
Für seinen Besitzer Helmut von Finck war er das Pferd seines Lebens und würdiger als er kann man sich nicht verabschieden:

Zitat

„Soldier Hollow – das „Pferd meines Lebens“. Du hast unendlich viel für mich und die ganze Vollblutzucht getan. Du warst mein Held, mein Leben und unendlich viel mehr. Ruhe in Frieden. Mir fehlen heute die Worte, aber ich trage Dich für immer in meinem Herzen.“


Lassen wir die Höhepunkte seiner langen Karriere noch einmal Revue passieren. Soldier Hollow war ein frühes Pferd. Zweijährig schlug er im Düsseldorfer Junioren den späteren Derby-Sieger Dai Jin, der sicherlich eher ein spätes Pferd war. Früh als Dreijähriger holte er im Busch-Memorial seinen ersten von zehn Gruppe-Sieg. Dann verletzte er sich im Mehl-Mülhens und seine Karriere stand auf der Kippe. Die im Derby geforderten 2400 Meter wären für ihn gegen den großartigen Dai Jin sicherlich zu weit gewesen, aber im Dallmayr-Preis über seine Idealdistanz von 2000 Meter hätte er sicherlich sehr gute Chancen gehabt. Dieses Rennen sollte er dann 5- und 7-jährig zwei Mal gewinnen. Lange erinnerte auf der Riemer Rennbahn ein überlebensgroßes Bild von ihm auf der mittlerweile abgerissenen großen Olympia-Halle an diese schönen Erfolge. Die Riemer Rennbahn wäre auch der richtige Platz für ein Soldier Hollow Denkmal. 2004 holte er vier Gruppe-Siege mit dem Sieg im Premio Roma (Gruppe I) als Höhepunkt. In diesem Jahr wurde er auch zum Galopper des Jahres gewählt. 2005 wiederholte er den Sieg im Premio Roma. Insgesamt stehen also 4 Gruppe I Siege für ihn zu Buche. Auf internationaler Ebene sticht sein Sieg im Prix Dollar 2006 über den großartigen Manduro heraus. Des weiteren ist sein 3. Platz in der renommierten Arlington Million erwähnenswert.
Im hohen Alter von 8 Jahren ging es dann 2008 endlich in die Zucht, zuerst auf dem Gestüt Röttgen und dann ab dem Jahr 2012 auf dem Gestüt Auenquelle, wo seine Decktaxe von anfangs 6500 auf bis zu 25.000€ stieg. Seinem ersten noch kleinen Jahrgang gehörte der sehr gute Derby-Sieger Pastorius an, der leider schon 2023 eingegangen ist, und ebenfalls großes Potential in der Zucht zeigte. Sein Sohn Dschingis Secret, Galopper des Jahres 2017, hätte unter seinen Bedingungen - er bevorzugte sehr weiches, am liebsten tiefes Geläuf - den Arc gewinnen können. Sein Sohn Ivanhowe gewann 4 Gruppe I Rennen in Deutschland und Australien. Mit dem Röttgener Weltstar stellte Soldier Hollow einen zweiten Derby-Sieger, der dann nach dem Derby allerdings nicht mehr viel zusammenbrachte. Seine Tochter Serienholde gewann 2016 die Diana und ist mittlerweile Gruppe I-Vererberin in Japan. Überhaupt sind seine Töchter nicht nur gute Rennpferde sondern auch gute Mutterstuten. 2022 gewann er das Championat der Väter von Mutterstuten, vor allem durch den Derby-Sieger Summarco, Sohn seiner Tochter Saloon Sold. Das Deckhengst-Championat gewann er 2016, 18 und 19. Beginnend mit Jahr 2012, als sein erster Jahrgang dreijährig wurde, war er immer unter den ersten Sechs, meistens sogar unter den ersten Drei in diesem Championat. Das unterstreicht die auerordentliche Konstanz seiner Vererberleistung. Dabei war er unerklärlicherweise mit den Stuten des Gestüts Auenquelle, insbesondere den Big Shuffle Töchtern, ein ziemlicher Underperformer. Seine meiner Meinung nach beste Tochter Virgina Joy schenkte er allerdings seinem Standortgestüt. Virgina Joy war eine miserable Starterin und musste sich nur deshalb mit dem 3. Platz in der Diana begnügen. Möglicherweise könnte Virginia Joy noch durch Tamfana, der sehr unglücklichen Vierten in den Britisch 1000 Guineas übertroffen. Die 2100 Meter im Prix de Diane sollten ihr besser liegen und da lauere ich regelrecht schon auf einen Sieg von ihr. Die Geschichte von Soldier Hollow ist also noch lange nicht zu Ende.


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zuletzt bearbeitet 16.05.2024 13:59 | nach oben springen

#2

RE: Soldier Hollow

in Niemals geht man so ganz 16.05.2024 13:55
von kassandro • 2.485 Beiträge

Hier das sehr sehenserte Sportwelt-Video zum 20. Geburtstag:



Soldier Hollow letzter großer Sieg bei Dallmayr-Preis 2007:


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