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Implantate und Immunsystem

in Ohne Photo 17.12.2020 07:00
von kassandro • 780 Beiträge

Zunächst müssen wir mal den Begriff des Implantats klären. Sucht man bei Google nach dem Wort Implantat, so stehen ganz oben bei den Suchergebnisse ausschließlich die Zahnimplantate. Für mich gilt jedoch die wesentlich weiter gefasste Definition von Wikipedia. Danach versteht man unter Implantate jegliches in den Körper "eingepflanzte" künstliche (anorganische) Material, also neben Zahnimplantaten auch künstliche Gelenke, Herzschrittmacher, Sensoren zur Blutzuckermessung, Silikonkissen zur Brustvergrösserung usw.. Man implantiert in der Medizin auch organisches Material, oft ganze Organe wie Nieren, Leber, Lunge und Herz. Solche Implantate nennt die Medizin dann Transplantate. Bei den Herzklappen gibt es sowohl mechanische als auch organische Implantate vom Schwein. Bei Transplantaten spielt das Immunsystem eine große, der breiten Öffentlichkeit auch bestens bekannte Rolle. Das Immunsystem wehrt sich gegen solche Fremdkörper und es kommt zu Abstoßungsreaktionen. Deshalb müssen Menschen mit solchen Transplantaten Medikamente einnehmen, die das Immunsystem dämpfen, was diese Menschen wiederum anfälliger für Infektionen macht und auch das Krebsrisiko deutlich erhöht.
Auch Implantate werden durch das Immunsystem bekämpft, und in seltenen Fällen müssen Menschen mit solchen Implantaten wie bei Transplantaten sogar Immunsuppressiva einnehmen, um solche Abwehrreaktionen zu verhindern. Es ist erstaunlich, welche Kraft das Immunsystem dabei entwickeln kann.
Die Medizin beschäftigt sich also zurecht sehr intensiv mit der Reaktion des Immunsystems auf Implantate und ganz besonders auf Transplantate. Fast überhaupt nicht beschäftigt sich die Medizin dagegen in umgekehrter Richtung mit den Auswirkungen von solchen Fremdkörpern auf das Immunsystem. Bei Transplantaten ist dieses Problem auch zweit- oder gar drittrangig, denn Transplantate erfüllen im Gegensatz zu Implantaten in der Regel eine lebenswichtige Funktion. Ich vertrete nun die These, dass jede Beschäftigung des Immunsystems dieses auch schwächt. Wird also wie bei Implantaten das Immunsystem dauerhaft beschäftigt, so wird das Immunsystem auch dauerhaft geschwächt. Jede Immunreaktion wirkt also selbst wie ein Immunsuppressivum. Bei einer befristeten Reaktion, etwa bei einer Infektion, wird das Immunsystem dagegen nur befristet geschwächt. In gewisser Hinischt ist eine befristete Beschäftigung des Immunsystems sogar positiv, denn ein Immunystem, das nicht beschäftigt wird, verkümmert wie eine Muskel, der nicht benutzt wird. Insofern ist es sehr empfehlenswert, dass man Infektionen wenn immer möglich nicht durch Apotheker und Arzt sondern durch das Immunsystem behandeln lässt. Ich hab überhaupt nur zwei mal überhaupt Antibiotika bekommen. Einmal vor etwa 10 Jahren dabei nur prophylaktisch nach einer Zahnbehandlung. Auf die andere Antibiotika-Behandlung werde ich später zurückkommen. Letztlich muss der Körper lernen, eine Krankheit aus eigener Kraft zu überwinden. Wenn er das kann, dann kann er auch gelassen solchen Herausforderungen wie der momentanen Epidemie entgegensehen, Wird das Immunsystem nur selten gefordert, so wird es nicht nur geschwächt sondern reagiert auch falsch und greift sogar körpereigene Zellen an. Das geht von vergleichsweise harmlosen Allergien bis zu schweren Autoimmunkrankheiten. Diese Krankheiten sind als Folge medizinischer Überversorgung regelrecht explodiert und werden weiter zunehmen. Meine These lautet also: Befristete Beschäftigungen des Immunystem ist gesund und sogar notwendig, dauerhafte Beschäftigungen des Immunystem hingegen ist ungesund. Mehr als Implantate beschäftigen chronische Krankheiten das Immunsystem dauerhaft. Ich will mich im folgenden jedoch auf Implantate beschränken, da es in diesem Bereich Handlungsspielraum gibt. Gegen eine chronische Krankheit kann man hingegen (zumindest momentan) nichts machen, sonst wäre sie nicht chronisch. Meine Empfehlung bei Implantaten lautet: So wenig Implantate wie möglich. Insbesondere Implantate, die rein ästhetischen Zwecken dienen, sollten vermieden werden. Dazu zählen Brustvergrößerungen und vor allem Zahnimplantate. Zahnimplantate halte ich für einen groben Verstoß wider die ärztliche Kunst. Ich werde auf diese für mich größte Sauerei des ganzen Medizinbetriebs später in einem getrennten Beitrag eingehen. Zunächst werde ich mich aber mit zwei Fällen von orthopädischen Implantaten. Den ersten Fall kenne ich leider nur sehr oberflächlich, vom zweiten war ich selber betroffen, und es war genau diese bemerkenswerte Erfahrung, die mich für das Problem erst sensibilisiert hat. Meine Argumentation beruht also anektodischer Evidenz. Bei nur zwei Fällen ist das eigentlich nur eine sehr, sehr dünne Argumentation, aber meine persönliche Erfahrung hat mich so beeindruckt, dass ich doch von einer gemessen an der üblichen Aussagequalität medizinischer Forschung starken Argumentation sprechen würde.


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